
Wie fühlt es sich an, wenn es draußen kalt ist und ein warmer Kakao oder Plätzchen keine Selbstverständlichkeit sind? Wie kann es sein, dass in einem reichen Land wie Deutschland Familien nicht genug zu essen haben? Welche Ereignisse können dazu führen, dass ein Leben ganz anders läuft, als man es sich erträumt hatte?
Diese und viele weitere Fragen nahmen die EthikschülerInnen der 7. und 10.Klassen mit auf den Weg, als sie sich vor Weihnachten aufmachten, um Lebensmittel bei der Traunsteiner Tafel abzugeben. Nudeln, Schokolade, Tee, Lebkuchen, Kaffee, Mehl und vieles mehr hatten die SchülerInnen von zuhause mitgebracht, um sie bei Claudia Haider, der Vorsitzenden der Traunsteiner Tafel abzugeben.
Da die Räumlichkeiten der Tafel in der Bahnhofsstraße für das Treffen aus organisatorischen Gründen nicht geöffnet werden konnten, hatte Frau Haider die SchülerInnen in ihr Geschäft am Stadtplatz eingeladen. Dort zeigte sie sich gerührt über die Empathie und das Interesse der SchülerInnen und nahm sich Zeit, um alle Fragen zu beantworten.
So berichtete sie, dass die meisten KundInnen der Tafel über viele Jahre hinweg kämen, da das Entkommen aus einer Notlage für die Betroffenen oft kaum oder nicht möglich sei. Sie erzählte von den neugierigen Blicken und manchmal auch verletzenden Kommentaren von PassantInnen, wenn sich immer freitags die Schlange von Hilfesuchenden vor der Traunsteiner Tafel bildet und auch von der Scham mancher Betroffener.
„Jeder und jede von uns könnte in die Situation kommen, einen Berechtigungsschein bei der Tafel beantragen zu müssen“, gab Frau Haider zu bedenken und benannte als Gründe für Armut psychische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder auch die Flucht aus einem anderen Land.
Der Unterrichtsgang ließ einige SchülerInnen sehr nachdenklich zurück, alle aber im Bewusstsein, wie wichtig es ist, genau hinzusehen, auch über die Grenzen der eigenen Welt hinaus und vor allem: die Wärme im eigenen Herzen zu bewahren, um ein bisschen davon für jene übrig zu haben, die das Leben in die Kälte geschickt hat.
Danke an euch alle, die Ihr an diesem Tag nicht nur Lebensmittel, sondern auch Euer Mitgefühl gespendet habt!