
Von demokratischen Grundsätzen überzeugt zu sein, den absoluten Wert jedes Lebens anzuerkennen und in Freiheit denken und reden zu können – all dies ist für unsere Gegenwart, vor allem aber auch für die Zukunft unserer Jugend von unendlich großer Bedeutung. Dass wir solche Notwendigkeiten nicht für selbstverständlich nehmen dürfen, wir achtsam bleiben und für unsere Überzeugungen einstehen müssen, für immensen Mut und den unerschütterliche Einsatz für das Gute und Gerechte, dafür stehen Sophie Scholl und ihre Mitstreiter.
Im Rahmen des Demokratiefests der Stadt wurde von der Stiftung Die Weiße Rose e. V. die Ausstellung Willi Graf und die Weiße Rose nach Traunstein übermittelt. Die Ethikgruppen der 7. und 10. Klassen sowie das W-Seminar Ethik besuchten diese in der vergangenen Woche. Auf acht großen Bannern im Foyer des Traunsteiner Rathauses werden die Geschichte der Widerstandsgruppe und auch ihre erbarmungslose Vernichtung beschrieben.
Vorbereitet haben sich alle Lerngruppen durch die Reflexion, was eine Demokratie ausmacht und was es bedeutet, wenn sie in einzelnen oder mehreren ihrer Bestandteile abgeschafft wird sowie die Auseinandersetzung mit der Frage, was wir heute von Sophie Scholl und der Weißen Rose lernen können.
Im Ethikunterricht ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Thematik der Ausstellung.
So hatte sich die 7. Klasse zuvor mit Konflikten, deren Ursachen, Verlauf und Möglichkeiten ihrer Lösung beschäftigt. Der Krieg als größtmöglicher Konflikt und Möglichkeiten des Friedens im ganz Großen bewegten die SchülerInnen sehr.
Die 10. Klassen hatten sich zuletzt mit den Kant’schen Fragen „Was kann ich wissen?“, „Was ist der Mensch?“, „Was darf ich hoffen?“ und „Was soll ich tun?“ befasst, deren zwei letztere vor allem sich auch im Handeln von Sophie Scholl spiegeln.
Im W-Seminar Ethik gehen die Schülerinnen der Frage nach, wie als solche gelesene Weiblichkeit erfasst und behandelt wird. In diesem Rahmen befassten sie sich vorab intensiv mit dem Zusammenhang von Demokratie und Frauenrechten und zeigten sich beeindruckt vom Mut einer Chelsea Manning oder der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, welche beide ihre Unbeschadetheit der Gerechtigkeit hintanstellten, so wie es Sophie Scholl einst tat.
Eine beeindruckende Ausstellung, die nicht nur bei den SchülerInnen Spuren hinterlassen hat!