Türk kleinProf. Türk beim Flech­ten­be­stim­men

Zum 7. Studientag der Geowissenschaften am 09. 10. 2018 war diesmal einer der weltweit angesehensten und meist zitierten Flechten­for­scher zu Gast am AKG: Univ.-Prof. i. R. Dr. Roman Türk von der Universität Salzburg.

Für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der achten und neunten Klassen hielt der Wissenschaftler einen Vortrag über „Antarctica – Leben in der Kältewüste“.

Den Schülern der letzten KidZ-Forscherwoche auf der Jamtalhütte war Prof. Türk ein alter Bekannter, der mit uns im Sommer die Vegetation im Hochgebirge erkundet hatte.

Da er in diesem Jahr schon mehrere Wochen in der Antarktis und der Arktis zugebracht hatte, war sein Vortrag voller aktueller Fotos und Impressionen aus den Kältewüsten.

Jamtal kleinForschen mit Schülern im Jamtal

Wenn Wissenschaftler in die Antarktis aufbrechen, werden sie mit Militärflugzeugen in einem 8,5 Stun­den dauernden Flug von Christchurch (Neuseeland) zur Basis auf die Antarktis geflogen. Bis vor drei Jah­ren war der Flug mit schweren Maschinen um ein paar Stunden kürzer, jedoch hat sich die Eisfläche der Landebahn im Zuge der Klimaerwärmung so auf­ge­weicht, dass die schweren Maschinen nicht mehr landen können.

Sobald die Reisenden das Antarctic-Field-Training, was u. a. in möglichst schnellem Eingraben in Schnee be­steht, absolviert haben, werden sie und ihr Equipment ins 800 km entfernte Field Camp gebracht, etwa dem McMurdo-Icefiled.

Field kleinField Camp Mt. Kyffin 83°S

Die unglaublich reine, trockene Luft der Antarktis lässt 80 km entfernte Landschaften zum Greifen nah er­schei­nen, birgt aber eine doppelte Gefahr: Dis­tan­zen werden komplett unterschätzt und ohne min­des­tens fünf Liter Flüssigkeit am Tag drohen Nie­ren­schä­den aufgrund des Flüssigkeitsmangels.

Noch heute kann man Robert Scotts legendäre For­schungs­sta­tion von 1912 betreten, die mangels Brenn­holz mit Robbenfett beheizt wurde. Ein be­son­der­es Interesse gilt den dort bis heute erhaltenen Le­bens­mit­teln, deren chemische Untersuchung ein eigenes Forschungsteam betreut.

Forscher kleinArbeit der Lichnologen (Flechtenkundler)

Solange sich das Forscherteam um Prof. Türk am Meer aufhielt, waren sie ständig von neugierigen Pinguinen umgeben, weiter im Landesinneren ist das größte Tier eine 3 mm große Raubmilbe. Das Augenmerk eines Flechtenforschers gilt natürlich den Flechten; Prof. Türk bestimmte eine 13000 Jahre alte Krustenflechte in der Antarktis. Doch genauso werden Moose, Algen, Pilze und Viren gesammelt, fotographiert und bestimmt.

Im Verhältnis zu trockenen, „leeren“ Antarktis ist die Arktis dicht besiedelt mit Menschen, Tieren und vie­len Pflanzen. Die Vegetation ähnelt der bei uns in den Alpen.

Christine Lämmel