Verkehrs- und Sicherheitserziehung im Bahnbereich am AKG

IMG 9215 270Schüler mit Urkunde für die Referenzmappe

Mittwochmorgen. 07:00 Uhr. Bahnsteig 1 in Über­see. Reger Betrieb. Die Schule hat wieder begonnen, schon tummeln sich viele Fahrschüler am Bahnhof. Ge­schich­ten aus den Sommerferien, Kinderlachen, He­rum­tol­len – ab und an Genervtsein ob des Schul­be­ginns.

Warten auf den M 79005. Ihren Zug in die Schul­stadt Traunstein. Ein Schritt an die Bahn­steig­kan­te. Ein Blick Richtung links. Wann kommt er denn? Abfahrt ist um 07:09 Uhr. Noch ein paar Mi­nu­ten.

In der Ferne sind im Morgengrauen zwei leuch­ten­de Augen zu erkennen, katzengleich. Sie wer­den größer und größer. Fahrgeräusche? Kaum wahr­nehm­bar. Dank leiser Elektrotriebtechnik. Wie auf Samtpfoten schleicht der Zug in den Überseer Bahnhof, die Fahrgäste drängen Richtung Einstiegstür. Der Zug hält. Kaum Platz für aussteigende Reisende. Nun mal langsam. Dann scheinen die Schülerinnen und Schüler an den Türen eingesogen zu werden. Sitzplatz für alle? Vielleicht. Kurz darauf setzt sich der Zug in Bewegung, macht sich auf den Weg nach Traunstein.

Klaus‘ Eltern kehren erleichtert, gleichzeitig stolz zu ihrem Auto zurück. Sie haben etwas abseits die Szenerie, die sich allmorgendlich hier und allbahnhöflich abspielt, beobachtet. Klaus sitzt im Zug. Heute jedoch nicht mit seinen Freunden in einer Sitzgruppe, aber er hat den Zug sicher und, ohne sich in Gefahr zu bringen, betreten. Klaus soll sich nämlich dem Gedränge am Bahnsteig bei einfahrenden Zügen und an den Einstiegstüren herum fernhalten. Das ist seinen Eltern wichtig. Klaus hält sich daran. „Sicherheit geht vor“, sagt er. Klaus‘ Vater lässt den Motor seines Autos an, lächelt seiner Frau zu. Beide nicken.

Ähnliche Situationen sind auch Bundespolizeibeamtin Michaela Hofmeister nicht unbekannt. Immer wieder ist sie mit Kollegen auf den Bahnhöfen in der Gegend unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. Auch um die wartenden Reisenden auf die Gefahren im Bahnbereich aufmerksam zu machen. „Oft ist ihnen die Gefahr gar nicht bewusst“, sagt sie.

IMG 9205 270Reges Interesse bei den Kinder

Um die Kinder am Annette-Kolb-Gymnasium in diesem Bereich zu sensibilisieren, wird am Schuljahresbeginn für die neuen Fünftklässler die Polizeiobermeisterin eingeladen. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in diesem Bereich kann sie ihre theoretischen Erläuterungen mit praktischen Beispielen veranschaulichen. „Unsere Kinder sind in Traunstein oft mit Situationen am Bahnhof und an Bahnübergängen konfrontiert. Sie kommen aus Waging, aus Ruhpolding und eben auch auf der Zugstrecke München – Salzburg fahren viele Schülerinnen und Schüler“, stellt ein Vater die Wichtigkeit des Themas heraus und ist von dem Workshop angetan. Auch die Kinder können verschiedene Erfahrungen und Beobachtungen rund um den Bahnbereich vorweisen und so entsteht ein reger Dialog, in dem auch Michaela Hofmeister immer wieder neue Dinge erfährt und in ihrer Arbeit berücksichtigen kann.

Vergangene Woche war sie am Montag und Dienstag in den sechs fünften Klassen des AKG, sprach über die Gefahren im Bahnbereich und hielt die Kinder zu einem verantwortungsbewussten und sicheren Verhalten an.

Auch Klaus kommt am vergangenen Dienstag gut gelaunt von der Schule heim, berichtet von der Bahnprävention in der Schule, dass er schon viel gewusst hat, Antworten auf die Fragen der Polizistin geben hat können. „Und stellt euch vor, das hilft sogar, dieser Kurs. Nach der Schule haben meine Kumpels und ich hinter der weißen Sicherheitslinie gewartet, bis der Zug stehen geblieben ist, und sind erst dann rein. Wir haben zwar etwas suchen müssen, aber dann sogar einen freien Vierertisch gefunden. So und jetzt hab‘ ich Kohldampf!“

Max Ziegmann