Ein Summen und Piepsen im und um das Schulgebäude bildete am Nach­mittag des 24. April 2018 eine neue Geräuschkulisse am AKG. Grund dafür waren die acht Workshops mit Wissenschaftlern und Experten, die sich im Rahmen des Jahrgangsstufenprojekts „KidZ21 – kompetent in die Zukunft“ mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzten.

Bienen skeptisch kleinSkeptische Blicke auf das Bienenvolk

90 Schüler aller 8. Klassen belegten an diesem Nachmittag Workshops, die sich allesamt mit Ursachen, Kennzeichen und Auswirklungen des Klimawandels befassten.

Die Attraktion schlechthin bildete das summenden Bienenvolk des Imkers Nikolas Mandl, der die Schüler, ausgestattet mit Bienen­schleiern, die Bienen hautnah erleben ließ. Sicher dachte vorher noch kein Schüler daran, Bienenwaben mit zahllosen herum­schwirrenden oder umherkriechenden Bienen einfach in die Hand zu nehmen, und auf diesem Weg viel über die Ernährung der Tiere, ihre Abhängigkeit von der Witterung und ihr soziales Verhalten zu erfahren. Eine Erfahrung voller Respekt vor den Bienen und für die Leistung eines Bienenvolkes für unsere Umwelt.

Dipl. Landwirtin Marlene Berger-Stöckl diskutierte mit unseren Schülern über Klimafreundliche Ernährung: kann man sich aus der Ökomodellregion Waging so ernähren, dass die Grundsätze „regional, saisonal und biologisch wirklich erfüllt sind. Als besten Beweis dafür gabs zum Abschluss auf jeden Fall ein Bärlauch-Butterbrot.

Lawine kleinLawinensuchgeräte im Einsatz

Welche Handgriffe beim Mannschaftszug nötig sind, lernten die Schüler am Seil von Franz Mittermaier, dem Ausbilder und Skihochtourenführer der Bergwacht Traunstein. Ambitioniert, mit vielen Karabinern und Seilen, wies er die Schüler in die Praxis der Lawinen- und Spaltenbergung ein. Das Finden versteckter Sender übten die Schüler mit Lawinensuchgeräten, deren lauter Piepton immer wieder durchs Schulhaus hallte.

Dass sich im Torfboden zahllose kleiner Härchen finden lassen, stellten die Kinder bei Frau Vroni Feichtingers Workshop zur Moorrenaturierung im Klimaprogramm der Bayerischen Staats­regierung fest. Aber es sind gar keine Härchen von Tieren sondern nicht zersetzte Pflanzenteile besonderer Torfmoose. Diese und viele andere standorttypische Pflanzen verwandelten ein Klassenzimmer in eine etwas feuchte Moorlandschaft.

Moor kleinHaare im Torf?

Der Frage, ob ein Leben ohne Plastikmüll möglich ist, ging der Workshop von Frau Dr. Birgit Seeholzer nach. Bei einer Trennung von Plastikmüll nach PET, PP, PS galt es, die Tüte aus Maisstärke zu finden- keine leichte Aufgabe, da man erst lernen muss, wie sich diese abbaubaren Folien in Haptik und Geräusch unter­schei­den.

Wer sich für den Workshop Warum ist der Hoch­moor­gelb­ling aus der Pechschnait ver­schwun­den? ein­ge­tra­gen hat, wusste wahrscheinlich zuerst nicht, dass der eine Begriff einen Schmetterling (kein Pilz) und der andere ein Moor in der Nähe Traunsteins meint. Dr. Thomas Rettelbach demonstrierte, wie Insekten auf sich verändernde Um­welt­be­din­gun­gen reagieren.

Dr. Willie Stiehler von der Energieagentur Südostbayern erläuterte, wie die Geothermie in der oberbayerischen Molasse genutzt werden kann. Ohne sie wäre zum Beispiel das inzwischen auch in Supermärkten erhältliche Obst und Gemüse aus Kirchweidach nicht möglich.

Nachhaltigkeit kleinWettlauf zwischen Wald, Mensch und Zeit

Richtig rennen mussten die Schüler bei Dr. Joachim Hambergers Thema Der grüne Faden, der Leben erhält: Nachhaltigkeit. Diesen Wettlauf zischen Wald, Mensch und Zeit spielt der Wissenschaftler sonst mit erwachsenen Führungskräften durch, Nachhaltigkeit geht eben alle Alter und Qualifikationen an. 

Alle Wissenschaftler stellten ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Zeit kostenlos unseren Schülern zur Verfügung, wofür wir uns ganz herzlich bedanken.

Biene stolz kleinDie Bienenkönigin

C. Lämmel