Herausragende Schülerprojekte zur Herausforderung "Klimawandel" um­rah­men den Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Graßl am AKG

Schülerprojekte kleinAusstellung der Schüler-Projektarbeiten zu KidZ Klimawandel (im Bild ein Solarhaus und Gletschermodell)

Im Rahmen des Projektes "k.i.d.Z.21 – Schüler kom­pe­tent in die Zukunft", das die Universität Innsbruck zusammen mit dem AKG in diesem Schuljahr für alle 8. Klassen zum ersten Mal durchführt, fand in unserer Schule eine Präsentation gelungener Schülerprojekte zum Thema "Klimawandel" statt. Ein weiteres Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Hart­mut Graßl unter dem Titel "Schaffen wir die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris?". Zur Begrüßung betonte Direktor Bernd Amschler den Auftrag seiner Schule, Schüler kompetent für die Zu­kunft zu machen. Schule sei zudem auch ein Ort, an dem sich Schüler und Wissenschaftler treffen können, um das große Thema "Klimawandel" gemeinsam zu erarbeiten.

Graßl kleinProf. Graßl in seinem Vortrag am AKG

Prof. Graßl, früherer Leiter des Hamburger MPI für Meteorologie und Klimawandel und Mitarbeiter in vielen weltweiten Forschungsprojekten, erklärte dem Publikum aus Schülern, Eltern und Gästen, dass die Auswirkungen des übermäßigen Kohlendioxidausstoßes schon seit über 60 Jahren bekannt seien, dass es aber erst jetzt mit dem Parisabkommen geglückt sei, 195 Staaten dazu zu bewegen, sich gemeinsam zu einer Begrenzung der Erderwärmung auf 2 °C zu verpflichten. Dieses Ziel sei seit November 2016 völkerrechtlich verbindlich und damit müsse die Verwendung von Kohle, Öl und Gas schon in wenigen Jahren der Vergangenheit angehören. Zudem sei seitdem vertraglich geregelt, dass Verluste und Schäden, die durch den globalen Klimawandel verursacht werden, ausgeglichen werden müssen. Es gebe also dringenden Handlungsbedarf.

Wichtige Schritte zur Reduzierung der Klimagase sind weltweite Aufforstungsmaßnahmen, die Umstellung auf ökologischen Landbau und der erhebliche Ausbau der erneuerbaren Energien, wobei er in Südbayern die Chancen eher beim Ausbau der Solarenergie und Photovoltaik als bei der Windenergie sähe. Entscheidend für den Klimawandel sei das Verhalten von China, USA, Indien und der EU, wobei China inzwischen aufgrund der enormen Luftverschmutzung große Anstrengungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien unternähme. Um das 2-Grad-Ziel zu erreichen, müsste weltweit die Hälfte des Treibhausgasausstoßes eingespart werden. Eine Trendwende sei erkennbar: Es würde weniger Urwald in Brasilien abgeholzt und der Ausstoß an Klimagasen wäre mit 36 Milliarden Tonnen pro Jahr zwar immer noch auf einem viel zu hohen Niveau, würde aber derzeit kaum mehr ansteigen.

"„Wenn sich alle anstrengen und sofort handeln, dann können die Klimaschutzziele von Paris noch erreicht werden", betonte Professor Graßl. Und den Schülern gab er mit auf den Weg: "Verhaltensänderungen, die dem Klima gut tun, wie eine fleischärmere Ernährung oder mehr Fahrten mit dem Fahrrad, sind auch gut für die Gesundheit und Steigern das Wohlbefinden. Es geht nicht um Verzicht, sondern um mehr Lebensqualität und um Eure Zukunft!"

Beate Rutkowski, Christine Lämmel