Wissenschaftler kleinDie Experten (v. l. n.r.): Feichtinger, See­holzer,  Stiehler, Keuschnig, Braun, Freier, Strele und Hamberger

Im Rahmen des fächerübergreifenden Jahr­gangs­stu­fen­pro­jekts „KidZ21 – kompetent in die Zukunft“ mit dem Thema Klima­wandel waren acht renommierte Wis­sen­schaft­ler und Experten am AKG. Sie führten mit den 87 Schülern der 8. Klassen Work­shops durch, die sich allesamt mit Ursachen, Kennzeichen und Auswirklungen des Klima­wandels befassten.

Alle Wissenschaftler stellten Ihre Ideen, Ihr Wissen und Ihre Zeit kostenlos unseren Schülern zur Verfügung, wofür wir uns ganz herzlich bedanken.

Hamberger Hund kleinNachhaltigkeit mit Hund: Dr. Hamberger

Dr. Joachim Hamberger (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Landau) spielte mit den Schülern im Pausenhof nach, welcher Wettlauf in der Natur zwischen Wald, Zeit und Mensch stattfindet. Sein Workshop lief unter dem Motto Der grüne Faden, der Leben erhält: Nachhaltigkeit.

Extra aus Bregenz in Vorarlberg angereist war Martin Strele, dessen Institut „Kairos“ für Wirkungsforschung & Entwicklung ein Al­ter­na­tiv­kon­zept zum ökologischen Fußabdruck entwickelt hat. “Ein guter Tag hat 100 Punkte” - Klimaschutz, Lebensstil und Lebensqualität ließ die Schüler ihr eigenes Alltagsverhalten überdenken.

Freier kleinChemische Analysen wie auf der Zugspitze: Dr. Freier

Genauso ambitioniert ex­pe­ri­men­tier­ten die Schüler mit Dr. Korbinian Freier vom Lan­des­amt für Umweltschutz zum Thema Manche mögen's kalt - Wo Chemikalien in unserer Umwelt landen und was passiert, wenn es wärmer wird. Mit Eiswürfeln im Reagenzglas, Karottensaft und Essigsäure wurde eine Versuchsanordnung konstruiert, die vor Augen führte, dass die Abgaskonzentration im Tal und auf der Zugspitze (Eiswürfel!) praktisch unverändert ist, trotz 2000 m Höhendistanz.

Feichtinger kleinMoose wie Schwämme: Versuche mit Frau Feichtinger

So richtig die Hände schmutzig machen mussten sich die Schüler bei Frau Vroni Feichtinger beim Test, ob man Moormoose wie einen Schwamm benutzen kann: aufsaugen und ausdrücken. Daher ist die Moor­renaturierung im Klimaprogramm der Bayerischen Staatsregierung auch so wichtig für den Hoch­wasser­schutz. Was man im Unterschied zu vielen anderen Tieren im Moor nie finden wir, sind Schneckenhäuser, da deren Gehäuse vom stark säurehalten Wasser weg­geätzt werden würde.

Wieso schmelzen unsere Gletscher immer schneller weg? frug Dr. Ludwig Braun (Bayrische Akademie der Wissenschaften) die Schüler. Als Antwort demonstrierte er Untersuchungen mit einem praktisch unbekannten Messgerät zur Feuchtkugeltemperatur, das seltsam pfeifende Geräusche macht: dem Psychrometer.

Keuschnig kleinArbeit im Permafrost von Dr. Keuschnig (leider wurde dieses Bild nicht während des Workshops aufgenommen ;-))

Dr. Markus Keuschnig (Georesearch) erklärte, warum Permafrost der wichtigste „Kleber“ im Hochgebirge darstellt. Wenn Berge zerbröckeln: Permafrost-beeinflusste Naturgefahren bewies er dann in etlichen Kurzvideos, wie Steinschläge oder Felsstürze auch außerhalb der hochalpinen Zone gefährlich sein können. Außerdem schulten die Schüler ihren Blick für Landschaftsmarken der Blockgletscher, die sie auf der Forschungswoche auf der Jamtalhütte im Juli sehen werden.

Welche Rolle Geothermie gerade hier bei uns im Landkreis spielt, stellte Dr. Willie Stiehler von der Energieagentur Südostbayern vor.

Mit Dr. Birgit Seeholzer hatten wir nicht nur eine absolute Spezialistin in Energiefragen zu Gast, die der Frage nachging: Der Landkreis Traunstein setzt sich hohe Ziele. Geht es wirklich nur mit Erneuerbaren Energien? Dankenswerterweise wird das KidZ-Projekt am AKG auch durch die Wirtschaftsförderung Traunstein unterstützt.

C. Lämmel