AKG-News

Termine

Di, 18. Dez 2018, 19:00
Adventskonzert
Fr, 21. Dez 2018
Plätzchenverzieren 5. Klassen & Tutoren
Di, 15. Jan 2019
Bolyai Mathematik-Wettbewerb
Fr, 18. Jan 2019
Ankunft Spanier am AKG
Mo, 21. Jan 2019
Beginn "Special olympics" (Sozialzweig 9) in Inzell
Do, 24. Jan 2019, 19:00
Präsentation der P-Peminare (Q12)
Do, 31. Jan 2019
Beginn "Fairnetzen", 5. Klassen
Do, 31. Jan 2019, 19:00
Q12-Konzert
Sa, 2. Feb 2019
Beginn "Jugend musiziert"
Mo, 4. Feb 2019
Lesung "Dschihad online" (Hanreich)

Ein Thema, das normalerweise nicht Eingang in Klassenzimmer und of­fe­ne Diskussionen findet, stand über der Dichterlesung aus dem Ju­gend­ro­man "Warum Herr Hagebeck sterben muss": Alkoholismus und Co-​Abhängigkeit der Angehörigen.

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Die Chiemgauer Autorin im Gespräch mit den Schü­lern

Während Frau K.-Fehrmann mit dem eindrucksvollen Vortrag Ihrer ersten Seiten des Romans die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 fesselte, spürte man bereits, dass hier Gesprächsstoff in der Luft lag. Die vier jugendlichen Protagonisten des Romans, die die Al­ko­hol­sucht ihrer Väter zusammenbringt, beschließen nämlich nach dem Durchlaufen mehrerer Eskalationsstufen, einen der (Stief-)​Väter umzubringen, da sie keinen anderen Aus­weg mehr sehen, sich selbst und auch die Mutter zu schützen.

Dass dies natürlich keine echte Lösung ist, wurde im anschließenden Gespräch mit der Autorin klar: Sie selbst offenbarte sich als Betroffene, die auch unter dem Al­ko­hol­miss­brauch ihres Vaters gelitten hatte – und ihre eigene Geschichte hat ein Happy End, ganz im Gegensatz zum Roman. Und so wurden viele Fragen gestellt und es wurde deutlich, dass das Thema kein Randgruppenthema ist. Statistisch gesehen ist jedes 5. Kind von der Sucht eines oder beider Elternteile betroffen und es wurde auch offenbar, dass es hier wenig konkrete Hilfsangebote gibt.

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Interessierte ZuhörerInnen

Auch dass Alkohol zu den Nervengiften zählt und dass eine Abhängigkeit als echte Krankheit mit der Not­wen­dig­­keit von professioneller Hilfe verbunden ist, war den wenigsten vorher bewusst. Die sympathische Autorin verstand es, den jungen Menschen mit Offenheit und klaren Antworten Wichtiges auf den Weg mitzugeben: Ignorieren und Verschweigen ist falsch und jedem mündigen Men­schen sollte bewusst sein, worauf man sich bei übermäßigem Alkoholkonsum einlässt.

Und so danken wir der Autorin, ebenso wie der Stadtbücherei, für diese einzigartige Möglichkeit des begleiteten Tabubruchs, der Spuren hinterlassen hat. So plant das Annette-Kolb-Gymnasium nun am Ende des Schuljahrs einen Gastauftritt des Kul­tur­hauses Chiemgau, das unter der Leitung und Autorenschaft von Svetlana Teterja-Pater diesen Text inszeniert hat. Gleichzeitig ist dies ein weiterer Ansporn, das Thema Suchtprävention an unserer Schule voranzutreiben, dafür speziell ausgebildete Lehrkräfte stehen bereits in den Startlöchern.

R. Heid