
Nach einer rund zehnstündigen Zugfahrt wurden wir herzlich am Bahnhof in Kaposvár empfangen. Unsere Unterkunft bot einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und den zentralen Platz. Kaposvár beeindruckte uns mit seiner besonderen Architektur und der liebevoll gepflegten Innenstadt.
Am nächsten Tag besuchten wir das Táncsics Mihály Gimnázium und lernten unsere Austauschpartner kennen. In gemischten ungarisch-deutschen Gruppen entwickelten wir Ideen, wie Schulen konkret zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können – ob durch Energiesparen, Müllvermeidung, gesunde Ernährung oder umweltfreundliche Mobilität. Unsere Präsentationen am Ende der Woche machten deutlich: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns alle verbindet! Die Zusammenarbeit mit den ungarischen Schülerinnen und Schülern war offen, kreativ und respektvoll – oft mit einem Lächeln, manchmal auch mit Händen und Füßen.
Neben der Projektarbeit durften wir auch die ungarische Kultur hautnah erleben: Ein Tanzworkshop brachte uns traditionelle Volkstänze näher. Sportliche Aktivitäten, eine Stadt-Rallye und gemeinsame Ausflüge – etwa nach Kesztély am Plattensee – stärkten das Miteinander. So gelang es uns schnell, neue Leute kennenzulernen und echte Freundschaften zu schließen. Die ungarischen Schülerinnen und Schüler begegneten uns mit großer Offenheit, und es entstanden viele schöne gemeinsame Erlebnisse – beim Tanzen, beim Erkunden der Stadt oder einfach beim Lachen. Der Abschied am Samstag fiel uns nicht leicht, doch er war nur auf Zeit: Schon eine Woche später stand der Gegenbesuch in Traunstein bevor.

Am Sonntag, dem 25. Mai 2025, war es dann so weit: Unsere zwölf ungarischen Austauschpartnerinnen und -partner kamen mit ihren Lehrkräften, Laci und Kriszta, am Bahnhof in Traunstein an und wurden herzlich von ihren Gastfamilien empfangen.
Am Montag startete unser selbst gestaltetes Programm für die Woche vom 26. bis 31. Mai 2025. Nach einem bayerischen Frühstück besuchten unsere Gäste – wie auch an den folgenden Tagen – verschiedene Unterrichtsstunden am AKG. Im Mittelpunkt stand vor allem der Politik- und Gesellschaftsunterricht, denn neben Nachhaltigkeit war auch politische Teilhabe ein zentrales Thema. Dazu wurden unsere Gäste auch von Oberbürgermeister Herrn Dr. Hümmer im Rathaus begrüßt. Gemeinsam besuchten wir eine Ausstellung der Klasse 11cd zum Thema „politischer Radikalismus“ und diskutierten darüber kritisch.
Dafür stand auch am Mittwoch der Besuch Herrenchiemsees inklusive der Ausstellung zur Entstehung des Grundgesetzes auf dem Plan, ganz im Gegenteil zum Ausflug am folgenden Feiertag, zum NS-Dokumentationszentrum Obersalzberg. Gerade an diesem Ort wurde für unsere Gäste das Ausmaß des Leids durch den Nationalsozialismus eindrücklich erlebbar. Der anschließende Besuch des idyllischen Königsees und der Wallfahrtskirche St. Bartholomä machte den Kontrast zwischen historischer Grausamkeit (Verbrechen) und landschaftlicher Schönheit (Idylle) besonders spürbar. Am Freitag griff der Politik- und Gesellschaftsunterricht dieses Thema nochmals auf und rundete die intensive Auseinandersetzung ab – bevor am Samstag schließlich der Abschied bevorstand.
Wir wünschen uns, den Kontakt zu unseren neuen Freundinnen und Freunden auch in den kommenden Jahren zu halten. Für uns alle war diese Woche nicht nur ein schulisches Projekt, sondern ein besonderes Erlebnis. Unser herzlicher Dank gilt Erasmus+, die diese Reise möglich gemacht haben. Wir haben nicht nur viel über Nachhaltigkeit gelernt, sondern auch über Europa, andere Menschen – und über uns selbst. Eine Woche voller Eindrücke und Erinnerungen fürs Leben.