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Was tun, wenn man keine Lust auf Hausaufgaben hat?
Was tun, wenn man keine Lust auf Hausaufgaben hat?
Wir danken der Redaktion des Traunsteiner Tagblatts für den Artikel vom 11.5.2010.
Mobbing im Netz ernst nehmen
Cybermobbing ist ein ernst zu nehmendes Thema. In England hat sich vergangene Woche eine 15 jährige Schülerin das Leben genommen, weil sie im Internet auf "Facebook" und anderen sozialen Netzwerken mehrfach gemobbt worden sein soll. Das berichtete die britische Zeitung "The Times". Auch in Deutschland werden laut einer aktuellen Studie des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau knapp fünf Millionen Schülerinnen und Schüler regelmäßig gemobbt (wir berichteten). Die Initiative SCHAU HIN! rät Eltern, mit ihren Kindern über das Thema zu sprechen und gibt Tipps, wie man sich als Cybermobbingopfer wehren kann.
Am häufigsten werden die Kinder in den großen Pausen auf dem Schulhof Opfer von Gewalt oder Beleidigungen. Doch mit der immer größeren Verbreitung von neuen Technologien nimmt auch das Mobbing per E-Mail, Handy, Instant Messenger oder in virtuellen Internet-Chaträumen zu. 16,5 Prozent der Befragten wurden schon einmal Opfer von Cybermobbing Angriffen. Die Beleidigungen passieren in Chaträumen oder über Instant Messenger. Absender dieser Attacken sind meist die eigenen Klassenkameraden. Rechnet man die Zahlen hoch, so ist davon auszugehen, dass deutschlandweit rund 1,9 Millionen Schülerinnen und Schüler Opfer von Cybermobbing sind. Häufig werden Beleidigungen ausgesprochen oder Gerüchte über die Betroffenen verbreitet. Die Opfer leiden besonders, weil das Publikum unüberschaubar groß ist, sich die Inhalte rasend schnell verbreiten und der Terror nach der Schule über Computer und Handy im Kinderzimmer weitergeht.
Gerade beim Cybermobbing fühlen sich viele Betroffene hilflos. Die Opfer erfahren häufig nur über Umwege davon oder finden zufällig bloßstellende Fotos von sich im Netz. Das Löschen dieser Inhalte ist aufwendig und in vielen Fällen gar nicht mehr möglich.
Für Eltern ist es schwierig zu erkennen, ob ihr Kind gemobbt wird. Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf die Schikane aus dem Netz. Einige sind eingeschüchtert, beteiligen sich nicht mehr am Schulunterricht und ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere Kinder werden aggressiv oder krank. Häufig betrachten sich die Opfer als Versager. Sie halten sich für dumm und unattraktiv.
Die Initiative SCHAU HIN! rät Eltern, das Thema Cybermobbing aktiv bei den Kindern anzusprechen. Um Beleidigungen und Angriffe über moderne Medien zu vermeiden, sollten Kinder nicht zu viele Informationen über sich preisgeben. So sollte z.B. die Handynummer nur an Freunde oder Familienmitglieder weitergegeben werden.
Tipps für Eltern von Cybermobbing Opfern
Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind Opfer von Cybermobbing wurde, ist es vor allem wichtig, schnell zu handeln.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind
Kinder sollten wissen, dass sie sich bei Problemen an die Eltern wenden können. Gemeinsam können Sie dann den Ursachen auf den Grund gehen und Lösungen finden. Wichtig ist es auch, die Lehrer zu kontaktieren und die Eltern der Täter anzusprechen, um weiterem Mobbing zuvorzukommen.
Belege für Cybermobbing sichern
Eltern sollten einen Screenshot (Bildschirmaufnahme) der unerwünschten Fotos und Informationen im Netz machen und sich Namen oder Nicknames (Spitznamen) der verantwortlichen Nutzer notieren. Wenn die Täter bekannt sind, sollten die Eltern der Täter mit den Belegen konfrontiert und aufgefordert werden, beleidigende oder verletzende Inhalte zu entfernen. Sinnvoll ist es auch, die Schule des Kindes anzusprechen, damit Cybermobbing im Unterricht zum Thema gemacht wird.
Inhalte löschen lassen
Wenn die Täter die Bilder oder Inhalte nicht freiwillig löschen, können Sie die Betreiber der entsprechenden Internetseiten auffordern, die beleidigenden und verletzenden Inhalte umgehend zu löschen. Bei Problemen hierbei können sich Eltern auch an Beschwerdestellen wie www.jugendschutz.net wenden.
Wenn nichts anderes hilft: Rechtliche Schritte einleiten
Sollten weder die Hinweise an die Eltern der Täter und die Schule noch der Hinweis an den Betreiber der Seite Erfolg haben, so können Sie bei massiven Eingriffen in die Persönlichkeit die verantwortlichen Nutzer bei der Polizei zur Anzeige bringen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im aktuellen SCHAU HIN! Medienratgber und im Themenflyer "Schutz der persönlichen Daten Ihrer Kinder im Netz". Alle Materialien stehen unter www.schau-hin.info zum Download bereit oder können kostenlos unter der Telefonnummer 030-4000 599 59 oder der E-Mailadresse service@schau-hin.info bestellt werden.
Erschienen 2009 in der November-Ausgabe der Zeitschrift "Das Gymnasium in Bayern" des bpv.
Konfusion im Kopf: Was passiert mit Kindern während der Pubertät?
Wissenschaftler sind dem Phänomen auf der Spur, das das Leben von Teenagern und ihrer Eltern so radikal auf den Kopf stellt: der Pubertät. Wie sind die teilweise absonderlichen Verhaltensweisen von Jugendlichen zu bewerten? Sind sie nur Launen der Hormone, wie man bislang glaubte? Was passiert in diesem Lebensabschnitt im Gehirn, und wie lange dauern diese Prozesse?
Forscher am Aachener Klinikum haben hunderte von Teenagern bereits für ein wissenschaftliches Experiment gewinnen können und in einen Hochleistungsscanner gelegt. Die Kernspintomographie macht es möglich, detaillierte Landkarten des Gehirns zu erstellen und zu lokalisieren, wo besonders viel passiert. Anders als das Röntgen ist das Verfahren unbedenklich, so dass auch gesunde Probanden ohne Risiko untersucht werden können.
Pubertät dauert länger als gedacht
Schicht für Schicht wurde dabei das Gehirn der Teenager abgebildet. Durch den statistischen Vergleich mit vielen anderen Scans konnten die Wissenschaftler ermitteln, warum Jugendliche sich so anders und manchmal auch "unvernünftig" verhalten. Die entscheidende Erkenntnis, die die Forschung in Bezug auf die Pubertät erbracht hat, ist dass sie länger dauert, als bisher gedacht. Die Hirnreifungsprozesse dauern scheinbar vom 15. bis zum 25. Lebensjahr, so Professor Michael Schulte-Markwort vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Gefühl und Verstand scheinen dabei in der Zeit der Reife nicht länger im Team zu arbeiten. In der Großhirnrinde, die höhere kognitive Aufgaben steuert, werden neue Datenautobahnen gebaut. Am längsten halten die Arbeiten im Frontalhirn an, das wichtig für die Entscheidungsfindung ist. Die neuen Informationswege werden zunächst willkürlich vernetzt. Irgendwann aber lichtet sich das Chaos im Kopf wieder. Nervenbahnen, über die hektisch "gefunkt" wird, bleiben bestehen. Andere, auf denen kaum Daten übertragen werden, sterben ab. Und diese Prozesse dauern länger an, als man bisher dachte.
Der Bauch bestimmt den Rhythmus
In der Pubertät übernimmt das Gefühl das Kommando. Die jungen Wilden tun, was sie wollen, und sind partout nicht davon zu überzeugen, was ihre Eltern für richtig halten. Der Bauch bestimmt den Rhythmus des Lebens. Die Hirnforscher glauben, dafür eine Erklärung gefunden zu haben: Die neuronale "Baustelle" im Cortex ist nämlich nur ein Faktor, der das Verhalten von Teenagern erklärt. Ein stark erhöhtes Wachstum von Nervenzellen findet auch im Emotionszentrum tief im Inneren des Gehirns statt. Dort laufen die Prozesse noch rasanter ab, so dass das Zusammenspiel von Vernunft und Gefühl noch weiter aus der Balance gerät, am weitesten im Alter von 14 bis 15 Jahren.
Im Hippocampus sitzt das Gedächtniszentrum für emotional aufgeladene Informationen, die in der Pubertät oft das Denken beherrschen. Bei Entscheidungen übernimmt die Amygdala, der Mandelkern, das Kommando, jene Instanz, die Instinktreaktionen steuert.
Auf der Suche nach dem Kick
Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte neuronale Regionen früher reifen als andere. Belohnungsabhängige Hirnregionen reifen zum Beispiel früher als Regionen, die für die Handlungskontrolle zuständig sind. Das kann dazu führen, dass Jugendliche in emotional geladenen Situationen scheinbar irrationale Entscheidungen treffen und sich für die sofortige Belohnung entscheiden. Sie handeln generell impulsiver und denken nicht über das Risiko nach. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben ist die Verletzungsgefahr daher höher als in der Pubertät. Vor allem Jungs müssen von einer höheren Klippe springen, um den gleichen Kick wie Erwachsene zu spüren.
Mädchen entwickeln sich nicht genauso wie die Jungs. Das Aachener Team hat daher auch versucht herauszufinden, warum Mädchen anders als Jungen "ticken". Die Hirnscans haben dabei auch den Beweis dafür geliefert, dass das Gehirn in der Pubertät auch durch die Flut der Sexualhormone gesteuert wird. Bei Mädchen regt das Östrogen das Wachstum im Hippocampus an, dem emotionalen Gedächtnis des Gehirns. Das macht sie anfällig für Depressionen. Das männliche Testosteron hingegen lässt den "Mandelkern" wachsen, der "Bauchentscheidungen" steuert.
Langsame Jungs
Auch das Gehirnwachstum verläuft bei Mädchen und Jungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das männliche Gehirn hat sein Wachstum zu einem noch späteren Zeitpunkt abgeschlossen als das weibliche. Das erklärt teilweise auch, dass bestimmte Reaktionen bei Jungen noch impulsiver oder noch weniger kontrolliert sind als bei Mädchen.
Den Experten gelingt es immer besser, das "Auf und Ab" der Pubertät mit ihren "kleinen Unterschieden" zu verstehen. Die Jugendlichen können nicht anders - eine Erkenntnis, die dazu beitragen soll, sie besser zu verstehen.
Vielen Dank an das ZDF und die Sendung Abenteuer Wissen für diesen Beitrag vom 18. März 2009. Einige Buchtipps zum Thema Pubertät finden Sie unter
http://abenteuerwissen.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,7533156,00.html
Internetbörsen (Information des Kultusministeriums)
Internetseiten, auf denen Referate, Facharbeiten und Hausaufgaben getauscht und herunter geladen werden können, erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit unter Schülerinnen und Schülern. Neben der Möglichkeit der Materialbeschaffung bieten diese Seiten oft auch Gelegenheit zum Austausch mit anderen Schülern in Foren. Von einer Bindung vieler Kinder und Jugendlicher an diese Seiten kann ausgegangen werden.
Seit einigen Monaten ist jedoch verstärkt zu beobachten, dass gerade die bekanntesten dieser Seiten so genannte 'Dialer'
installiert haben. Dialer sind kleine Programme, die sich unbemerkt auf dem PC installieren und eine kostenpflichtige Telefonverbindung aufbauen. Bei der Aktivierung eines Dialers können auf einzelnen Seiten Verbindungspreise von etwa 30 € pro Verbindung oder mehreren Euro pro Minute fällig werden.
Das Mehrwertdienste-Gesetz schützt Verbraucher vor unseriösen Angeboten, die in der Vergangenheit zu sehr hohen Telefonrechnungen bei Verbrauchern geführt haben, indem es u.a. eine Pflicht zur Preisangabe und einen Kostenrahmen vorsieht. Dies befolgen die Anbieter von Hausaufgaben-, Text- und Referateseiten u.a. dadurch, dass sie die hohen Verbindungspreise auf ihrer Seite angeben. Allerdings sind diese oft bewusst unauffällig platziert und zudem so schwer lesbar, dass Jugendliche sie bei der Benutzung der Seite leicht übersehen.
Die Installation des Dialers wird in der Regel durch die Eingabe der Buchstaben 'OK' in ein Feld aktiviert, das dem jugendlichen Nutzer einen einfachen und sicheren Zugang zu den Angeboten der Seite vorgaukelt. In Einzelfällen muss vor der Nutzung des Angebots ein Passwort mit einer Kurznachricht (SMS) angefordert werden, die ebenfalls zu vergleichsweise hohen Kosten führen kann.
Laut Aussagen der Verbraucherzentrale Bayern und Erfahrungen einzelner Schulen hat die Benutzung dieser an Jugendliche gerichteten Internetangebote bereits in mehreren Fällen hohe Kosten für Familien verursacht.
Eltern kann geraten werden, ihre Kinder auf das Kostenrisiko hinzuweisen bzw. die Benutzung von kostenpflichtigen 0190-9er-Nummern, der sich diese Anbieter bedienen, beim eigenen Telefonanbieter sperren zu lassen.
Informationen zum Schutz vor Dialern sind auch im Internetangebot der bayerischen Polizei unter der folgenden Adresse einsehbar:
www.polizei.bayern.de/ppmuc/schutz/
Andere bei Schülerinnen und Schülern beliebte Internetangebote sind zwar kostenfrei, verlangen aber von den Schülern die Eingabe persönlicher Daten (z.B. Alter, Geschlecht) zur Vergabe eines Passwortes. Schülerinnen und Schülern sollten daher die Gefahren des Datenmissbrauchs erklärt werden.
In zahlreiche Angebote ist Werbung mit für Kinder und Jugendliche problematischen Inhalten integriert. Die gesichteten Werbebanner enthielten mitunter anzügliche Fotografien, Hinweise auf Singlebörsen und Links zu kommerziellen Angeboten aller Art.
Das Staatsministerium empfiehlt, Schülerinnen und Schülern im Unterricht anhand der Besprechung konkreter Beispiele deutlich zu machen, dass die Benutzung der Internetangebote finanzielle und rechtliche Risiken birgt und auch aufgrund der bedenklichen Qualität der meisten Materialien dem Lernerfolg nicht zuträglich sein kann.
Hinweis: Die im obigen Schreiben des Kultusministeriums angegebene Internetadresse ist mittlerweile nicht mehr aktuell; die Informationen der bayerischen Polizei zum Schutz vor Gefahren im Internet finden Sie inzwischen unter
http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/gefahren_im_internet/